Eisenacher Achter
Der Bericht zum 3. Eisenacher Schulschach Cup 2026
Mit Spannung erwartet wurde der 3. Eisenacher Schulschach-Cup, sowohl von den Spielern als auch von den AG-Leitern. Die Teilnehmer freuen sich auf die Begegnung mit gleichgesinnten und schnupperten z.T. erste Turnierluft. Für die Trainer ist es ein Gradmesser und eine Art Zeugnis für die Mühen der letzten Monate.
Das Martin-Luther-Gymnasium (MLG) stellte in diesem Jahr auf Grund der abermals gestiegenen Teilnehmerzahl 2 verbundene Räume im Erdgeschoss zur Verfügung, die ideale Spielbedingungen boten. Zudem sammelten sich zahlreiche Zuschauer außen an der langen Glasfront. 8 Eisenacher Schulen entsendeten insgesamt 49 Spieler und Spielerinnen zum Schulschach-Cup. Dieser wurde in 3 Wertungsklassen (1. – 4. / 5. – 8. / 9. – 12. Klasse) ausgetragen, wobei 7 Runden Schnellschach mit 15 Minuten Bedenkzeit absolviert wurden.
In den Grundschulen entwickelte sich ein buntes Treiben an den Brettern. Während im hinteren Feld fleißig Matt setzen geübt wurde, was jedoch meist im Remis endete, zeigte das vordere Feld schon ein profundes Schachwissen. An der Spitze entwickelte sich ein Wettkampf zwischen den besten Denkern der Evangelischen Grundschule und der Jakobschule. Besonders bitter war Runde 5 in der sich der Führende und spätere Turniersieger Emil Fieting von Fabian Schönfelder Schäfermatt setzen ließ. Emil erholte sich davon jedoch schnell und konnte die Tabellenspitze bis zuletzt behaupten. Platz 2 erkämpfte sich Kalle Beckhof (Jakobschule), punktgleich mit Emil aber mit der schlechteren Feinwertung. Bronze ging an Leonard Feldbusch (wie Emil von der Evangelischen GS).
Für die Teamwertung wurde in diesem Jahr erstmalig die Summe der Platzierungen der besten 4 Spieler einer Schule verwendet. In den beiden Vorjahren hatten wir immer die erspielten Punkte addiert, was jedoch auf Grund der Tatsache das es viele Punktgleiche gibt nicht optimal war. Zudem hatten wir bei den ersten 3 Runden im Auslosungsprogramm eingestellt, dass möglichst keine Paarungen innerhalb der Schulen sattfinden sollen.
Bei den Grundschulen bedeutet das am Ende den Mannschaftssieg für die Evangelische Grundschule, denkbar knapp mit 17 Platzierungspunkten, vor der Jakobschule mit 19 Punkten. Rang 3 belegte die Hörselschule.
In der Gruppe der 5. – 8. Klassen sollte es dieses Jahr spannend werden, denn die 3 Nachwuchstalente der TSG Ruhla (Körner/Salzer/Salzer) wechselten von der 4. In die 5. Klasse und wollten Wilhelm Schubert (MLG) den Pott streitig machen. Bereits in Runde 2 kam es schon zum Showdown mit Chris Körner. Beide hatten wenig Zeit am Ende und die Stellung war unklar. Im Blitzgefecht sicherte sich Wilhelm einen klaren Vorteil, jedoch lief seine Zeit ab, wo Chris Körner noch 2 Sekunden! Auf der Uhr hatte. Eigentlich hätte Wilhelm die Partie verloren, Chris bot ihm aber ein Remis an, welches Wilhelm natürlich annahm. Diese Geste war das absolute „Fair-Play-Highlight“ des Tages!
Wilhelm ließ daraufhin nichts mehr anbrennen und gewann alle restlichen Runden und damit erneut souverän das Turnier. Chris belegte Platz 2, vor seinem Vereinskollegen und Freund Henrik Salzer. Für viel Aufsehen sorgte die 5 Platzierte Nandin-Erdene Yanjinsuren, die erst seit kurzem in der Schach-AG am Elisabeth-Gymnasium (Eli) ist. Nach 2 Doppelnullen am Anfang, gab sie nur noch ein Remis gegen Lars Salzer ab und wurde damit beste Spielerin ohne Vereinszugehörigkeit in dieser Gruppe. Den Wanderpokal sicherte sich souverän die Freie Waldorfschule mit 15 Punkten, vor dem Ernst-Abbe-Gymnasium mit 37 Punkten und dem Eli mit 39 Zählern.
In der Gruppe der 9. – 12. Klasse konnten wir auf Grund der Teilnehmerzahl ein Rundenturnier „Jeder-gegen-Jeden“ spielen. Favorit Arthur Lotz (Eli) erlaubte sich nur ein Remis gegen Matthias Markgraf und holte sich zielstrebig den Turniersieg. Platz 2 belegte Jia Wang Liu, vor Lenny Fernschild (beide Ernst-Abbe), wobei beide 5 Punkte erzielten und die Feinwertung entscheiden musste. Auf Grund der geringen Teilnehmerzahl war die Teamwertung nicht ganz so einfach. Klar war der Sieg des Ernst-Abbe-Gymnasiums. Da vom MLG und Eli nur 1 bzw. 2 Starter im Feld waren, haben wir uns dafür entschieden die fehlenden Teammitglieder mit dem virtuellen 9. Platz zu werten. Somit belegte das Eli Silber und das MLG Bronze.
Die Zeit zwischen den Partien wurde insbesondere von den Größeren für weitere Blitzpartien genutzt, während die Kleineren den Schulhof unsicher machten. In der Mittagspause wurde sich dann mit Pizza gestärkt.
Aus unserer Sicht ging damit ein fantastischer Tag für das Eisenacher Schach zu Ende. Es ist einfach schön zu sehen, wie sehr sich hier Potentiale entfalten und eine Entwicklung sichtbar ist. Nehmen wir einfach mal kurz an, wir machen einen Eisenacher „Achter“, sprich die besten jeder Schule vereint. Was könnten die wohl erreichen? Bei der Dt. Ländermeisterschat der Schachjugend gibt es ein so ähnliches Konzept – dort treten 8er-Mannschaften mit Spieler/innen der unterschiedlichen Altersgruppen eines Bundeslandes gegeneinander an.
Für die Eisenacher Achter („Schachschulen“) gilt – volle Fahrt voraus!